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Bericht des Vorstandes 2010
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Mitgliederversammlung des Fremdenverkehrsvereins Westerland/Sylt e.V. am 14.7.2010, 19:30 Uhr Bericht des Vorstandes:
Wir haben Sie heute zur jährlichen Mitgliederversammlung des Fremdenverkehrsvereins Westerland eingeladen. Seit der Mitgliederversammlung 2009 fanden wieder monatlich offizielle Vorstandssitzungen, aber auch etliche Sonder-Besprechungen statt.
Aus Zeitgründen werde ich den Bericht des Vorstandes wiederum auf das Wesentliche beschränken.
Der FVV Westerland hatte am Stichtag 31.12.2009 noch 273 Mitglieder. Damit hatten wir unser gestecktes Ziel, 2009 die magische Zahl 300 vom 31.12.2008 halten zu können, nicht erreicht. Inzwischen sind es in 2010 wieder einige Mitglieder weniger geworden. Wir haben allerdings die Hoffnung auf eine Kehrtwende nicht aufgegeben und sind der Auffassung, daß ein Öffnen des Fremdenverkehrsvereins in Richtung der fusionierten Gemeinden zur Belebung der Vereinsarbeit beitragen kann.
Unser Schatzmeister Timo Sönnichsen wird in seinem Finanzbericht – trotz verlustiger Mitglieder - über eine fortschreitende Konsolidierung unseres Vereins berichten können. Der Verein hat seine Altlasten aus der FVZ-Insolvenz 2003 mit 182 T € auf inzwischen ca. 74 T € per 31.12.2009 zurückführen können. Bekanntlich resultiert diese Rückführung hauptsächlich aus den Vermietungserlösen der dem FVV als vertragliches Nutzungsrecht bis 2028 zustehenden Räume im OG der „Alten Post“. Dann wird Herr Sönnichsen Ihnen anhand der GuV 2009 eine zusammengefasste Übersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins geben und Ihnen, neben dem Planansatz für 2010, auch die augenblickliche Vermögenssituation erläutern. Für die anwesenden Mitglieder liegen die entsprechenden Zusammenfassungen aus der Bilanz 2009 und der Planansatz für 2010 in Kopien zur Mitnahme hier bei Frau Langfeldt bereit. Die testierte Bilanz und die GuV 2009 des FVV werden während der nächsten Wochen in der Geschäftsstelle zur Einsichtnahme für Mitglieder bereitgehalten. Außerdem halten wir für Sie auch noch unsere informative Jubiläumsbroschüre aus dem vergangenen Jahr hier zur Mitnahme bereit. Vielleicht kann sie bei einer Weitergabe dazu dienen, zusätzliche Mitglieder zu gewinnen. In dieser Broschüre werden die Aufgabengebiete des Fremdenverkehrsvereins Westerland detailliert wiedergegeben, so daß ich mich heute auf die Vorstandsarbeit des vergangenen Jahres konzentrieren möchte, um – daran anschließend – zu zwei weiteren inselbezogenen touristisch relevanten Themen Stellung zu nehmen.
Das Wichtigste vorab: Unser Appell an die Politik im vergangenen Jahr, die starke Akzeptanz der Tourist-Informationsstelle „Alte Post“ durch Tausende unserer Gäste, mit einem Personalkostenzuschuß zu würdigen, wurde erhört. Für 2009 hat der FVV einen Zuschuß in Höhe von 18 T € von der Gemeinde Sylt erhalten, für 2010 haben wir einen ebensolchen Zuschuß beantragt und sind zuversichtlich, daß auch zukünftig unsere Arbeit entsprechend anerkannt wird. Zumindest für 2009 dürfen wir uns schon mal bei den hier anwesenden Politikern für die Förderung der touristischen Informationsleistung bedanken.
Über das „zweitwichtigste“ Thema hatten wir eingangs schon referiert – die Ausweitung unserer Gästeführungen. Bei seiner Ansprache zum FVV-Jubiläum im vorigen Jahr wünschte sich Tourismusdirektor Douven eine engere Zusammenarbeit zwischen ISTS und FVV über die bereits bestehenden Kooperationsaufgaben hinaus. Infolge der Fusion ergab sich daraus eine Übertragung von bisher von den Kurverwaltungen Sylt-Ost und Rantum organisierten Gästeführungen an den FVV. Wir hoffen zuversichtlich, daß – bei genügend Werbe-Hinweisen seitens des Tourismus-Service auf unsere Gästeführungen – der FVV ein ausgeglichenes Ergebnis in diesem Segment einfahren wird. Eine Entscheidung über die Fortführung des gesamten Programms wird von uns nach Ablauf der diesjährigen Gästeführungs-“Saison“ getroffen und ist von dessen wirtschaftlichem Ergebnis abhängig. Der Verein kann sich, vor Rückführung sämtlicher Altlasten aus der FVZ-Insolvenz, nämlich verständlicherweise kein zusätzliches negatives Ergebnis mehr leisten.
Uns haben auch weitere Themen beschäftigt! In einem Informationsabend für unsere Mitglieder und Vermieter hat Herr Hans-Uwe Claßen von der Abteilung für „Touristische Abgaben der Gemeinde Sylt“ das neue Gästekarten-Verfahren anhand einer Powerpoint-Präsentation erläutert und ging insbesondere auch auf deren rechtliche Grundlagen ein. Diese ergeben sich einerseits aus dem Meldegesetz des Landes Schleswig-Holstein und andererseits aus der neuen Kurabgabensatzung der Gemeinde Sylt. Die Veranstaltung fand am 17. Februar. in diesen Räumen statt und zählte ca. 100 informationshungrige Besucher. Dem halbstündigen Vortrag folgte eine volle Fragestunde, welche äußerst lebhaft genutzt wurde.
Der FVV hat eine Informationsaussage für die Mitglieder erarbeitet, mit welcher meldeunwilligen Gästen die sie betreffenden Grundlagen der Gästekartenpflicht in Kurzform aufgezeigt werden kann. Dieses Informationsblatt und ein Bericht über die Info-Veranstaltung wurde per Rundschreiben verschickt und ist auch als PDF-Datei auf der website des FVV zum Herunterladen hinterlegt.
Ein weiteres Rundschreiben befasste sich mit einem Zwischenbericht zum Verlauf des Ostergeschäftes und mit einem Ausblick auf die Saison 2010 und über unsere erweiterten Ortsführungs-Programme. Außerdem enthielt das Rundschreiben eine Ausarbeitung unseres Schatzmeisters Timo Sönnichsen über die steuerlichen Aspekte der ab 2010 erfolgten Reduzierung der MwSt. für Vermietungserlöse – auch bei Ferienwohnungen!
Ich möchte einen mir wichtigen Teil dieses Rundschreibens noch einmal zitieren:
„Die Insel ist wie eine Oase“ wurde am 7. April über das „erfolgreiche Osterwochenende“ im Lokalteil der Sylter Rundschau tituliert. Teilweise war vom besten Ostergeschäft seit Jahren die Rede. Einige Seiten davor wurde diese Aussage durch einen anderen Bericht allerdings relativiert. In derselben Sylter Rundschau-Ausgabe wurde auf Seite 4 über die Stellungnahme des Vorsitzenden des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein, Volker Popp, zum Ostergeschäft berichtet, die sich im Wesentlichen zwar auf die schleswig-holsteinische Ostseeküste bezog, in ihrer Aussage aber den gesamten Bereich des Tourismusverbandes betraf und auch nicht ausschloß: „In vielen Gemeinden habe es deutlich weniger kurzfristige Buchungen und spontane Anreisen gegeben als in den Vorjahren....... Grund seien die schlechten Wetterprognosen für die Ostertage gewesen. …........Durch die unzureichenden Vorhersagen seien den Badeorten zu Ostern Verluste in Millionenhöhe entstanden!“
Sehen wir uns die Osterbuchungszahlen verschiedener Westerländer Hotels an, so werden die Aussagen von Herrn Popp bestätigt. Das Ostergeschäft erbrachte in diesen Betrieben von Karfreitag bis Ostermontag nur eine Auslastung von knapp 60 %, vor einem Jahr lag die Auslastung über die Feiertage vergleichsweise bei ca. 85 %. Aber auch in den Jahren davor gab es – je nach Wetter oder einem früheren oder späteren Ostertermin - sehr große Unterschiede. Ähnlich ist die Belegung auch bei den dem Buchungszentrum angeschlossenen Vermietern zu beobachten. Wenn auch subjektiv die Einkaufsstraßen in Westerland eine „volle Insel“ suggerieren, so darf man nicht vergessen, daß bei bedecktem Wetter die Urlauber nicht am Strand spazieren, sondern „shoppen“ gehen, ergänzt noch durch die zahlreichen Tagesgäste! Klarheit ins Saisongeschehen können nur aktuelle objektive statistische Zahlen bringen, die möglichst kurzfristig zur Verfügung stehen sollten, um gegebenenfalls rechtzeitig durch Marketingmaßnahmen (Anzeigen, PR-Maßnahmen pp.) noch Auslastungsverbesserungen zu erzielen. So sollten von Sylt aus auf jeden Fall auch die Neuen Bundesländer mehr beworben werden, welche bisher nur ca. 10 % des Übernachtungsaufkommens aus Nordrhein-Westfalen aufbringen, obwohl alle Neuen Bundesländer zusammen die fast gleiche Einwohnerzahl haben wie NRW. Aber u.a. noch zwei weitere touristisch relevante Themen wurden von der Presse groß aufgemacht und fordern eine Stellungnahme des Fremdenverkehrsvereins dazu ab. In einem Leserbrief habe ich die Gründung des Sylt-Tourismus-Verbandes begrüßt! Es ist legitim, die Interessen der sogenannten Appartement-Großvermieter zu artikulieren, sie haben ebenfalls ihr Ohr direkt am Gast und sind besorgt und bemüht, keines Gastes für Sylt verlustig zu werden. Mit ihren Anliegen erkennen sie immerhin jetzt Positionen, mit denen sich vor 10 Jahren und länger bereits der FVV beschäftigte. Auf der Mitgliederversammlung vor einem Jahr hatten wir den Wunsch geäußert: (Zitat): Wir wünschen uns in Politik und Bevölkerung die Einsicht, daß gerade bei einer so vergrößerten Gemeinde die Zuarbeitung, das Wissen und die konstruktiv-kritische Begleitung aus dem privat organisierten touristischen Sektor eine Überlebens-Notwendigkeit im touristischen Wettbewerb mit anderen Destinationen ist. Vielleicht ergeben sich ja in Zukunft Synergien aus einem gemeinsamen Kampf aller für eine gute Auslastung der inzwischen vorhandenen „Über“-Übernachtungskapazitäten auf Sylt, damit es nicht mehr – wie sich der „Neusylter“ Horst Rahe ausdrückte – zu viele kalten Betten auf Sylt gibt! Und damit möchte ich doch auch noch auf ein Interview des Herrn Rahe in seiner Eigenschaft als Eigentümer des Lister A-Rosa-Resorts eingehen, welches dem Chefredakteur unserer hiesigen Tageszeitung gegeben und am 26. Juni 2010 veröffentlicht wurde. Eine bestimmte im Interview von ihm getroffene Aussage ist, unter anderem, ganz besonders ein Schlag ins Gesicht der vielen kleineren und auch größeren Vermieter, welche überhaupt erst die touristische Infrastruktur Sylts durch ihren persönlichen Einsatz und ihren Wagemut geschaffen haben. Zitat Horst Rahe: „Aus meiner Sicht könnte zu Lasten 50 privater Häuser gerne noch ein 120-Zimmer-Hotel einer gewissen Qualität entstehen. Das würde der Insel mehr dienen“ und begründet diese Aussage sinngemäß mit der Schaffung von qualifizierten Ausbildungs- und Dauerarbeitsplätzen und der besseren Auslastung der auf Sylt geschaffenen Infrastruktur. Interessant ist an dieser Aussage a) die Rücksichtslosigkeit gegenüber den hier gewachsenen touristischen Strukturen b) die Unkenntnis über den Sylter Arbeitsmarkt speziell im touristischen Dienstleistungsgewerbe und c) daß seiner Meinung nach offensichtlich – entgegen der vormals geäußerten wirtschaftlichen Mindestgrößen-Erfordernis für ein Hotel auf dem ehemaligen Lister Kurhausgrundstück mit 180 Zimmer-Einheiten – jetzt plötzlich ein Hotel mit immerhin 60 Zimmer-Einheiten weniger anscheinend auch rentabel ist! Die etablierten Sylter Hotelbetreiber wissen natürlich, daß auf Sylt die Rentabiltät eines Hauses nicht bedingt von der Größe, sondern vielmehr von dem Engagement des Betreibers abhängig ist. Allerdings leider nicht zur Sprache in diesem Interview ist die „defakto“ durch Herr Rahes „Großhotel“ geschaffene Wettbewerbsverzerrung gekommen, welche auch schon von der früheren „Initiative für Sylt“ offiziell kritisiert wurde. Zur Erinnerung: Rahes Erwerbsgesellschaft hat das Grundstück für das Grand Spa Resort (mit der ja auf Sylt von allen Syltern geschaffenen touristischen Infrastruktur) quasi geschenkt bekommen: Der Grundstückspreis konnte mit Leichtigkeit voll aus den ihm gegebenen Fördermitteln aufgebracht werden. Und ein Grundstück auf Deutschlands teuerstem Grund und Boden hat unseres Wissens sonst kein hier ansässiger Vermieter quasi gratis bekommen. So kann auch – mit dem Angebot einer 3.500 qm großen Wellness-Anlage – ein Zimmer jetzt in der Hochsaison übers Internet zu durchaus in hiesigen Hotels üblichen Übernachtungspreisen angeboten werden und damit – bei günstigeren Ausgangsbedingungen und entgegen Rahes Interview-Aussage - sehr wohl direkt im eigentlich verzerrten Wettbewerb mit der Insel-Hotellerie stehen. Damit kein Mißverständnis aufkommt: Unsere Kritik richtet sich gegen Herrn Rahes Aussagen und den soeben aufgezeigten Wettbewerbsbedingungen. Das Objekt als solches steht jetzt dort und ist mit Sicherheit ein insgesamt gelungener Hotelbau und für List selbst unbestritten ein touristischer „Leuchtturm“..... Wenn Sie das Thema Hotelneubauten auf Sylt weiter interessiert – auf unserer website fvv-westerland.de ist seit Juli 2005 eine größere Abhandlung unter der Rubrik „Inselthemen“ darüber zu finden, welche bisher nichts an ihrer Aktualität eingebüßt hat. Aber kommen wir zurück zu den Problemen des FVV Westerland. Laut Satzung von 2004 ist die Amtszeit der Vorstandsmitglieder auf acht Jahre begrenzt. Schon wegen der erweiterten Gästeführungen, aber auch um den Reservoir-Pool erweitern zu können, sollte der FVV Westerland sich meines Erachtens, wie bereits erwähnt, in Richtung der gesamten fusionierten Gemeinde Sylt öffnen und versuchen, Mitglieder und Vorstandsmitglieder auch aus den anderen Ortsteilen der Gemeinde zu gewinnen. Einen neuen Namen, z.B. als „Sylter Fremdenverkehrsverein“ oder „FVV der Gemeinde Sylt“, würde man sicherlich bis zur nächsten Jahresversammlung dann finden können. Es wäre ein wichtiges Signal, um den Fremdenverkehrsverein auch langfristig abzusichern. Und einmal eine andere Sicht aus anderen Ortsteil-Perspektiven könnte vielleicht auch nicht schaden. Die bisherige Vorstandsarbeit wurde, wie immer, im Team geleistet. Meinen Vorstandskollegen Hans-Georg Will, Jörn Hauke Hoppe, Timo Sönnichsen, Sabine Gräfe und, last not least, Andrea Schlichte, sage ich für die kollegiale Mitarbeit meinen herzlichen Dank. Dank auch den langjährigen Ansprechpartnern in der Geschäftsstelle Jens Ludwig Hoeg und Christel Langfeldt. Ebenfalls Dank und Anerkennung gebührt den Mitgliedern des Verschönerungsausschusses, dessen Ausschußvorsitzender Andreas Voss nachher einen interessanten und ausführlichen Bericht abgeben wird.
Damit endet unser diesjähriger Bericht.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und leite damit über zur Aussprache. HF/14.7.2010
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